Wie werden die PayPal-Zahlungen in der Buchhaltung behandelt?

Wie werden die PayPal-Zahlungen in der Buchhaltung behandelt?

Gastartikel von Jakob Linnemann

Immer mehr Selbständige surfen im Internet und bestellen ihre Produkte oder Dienstleistungen in diesem Medium. Die Bezahlung mit PayPal hat sich dadurch auch schon eingebürgert. Doch wie gehen die Betriebsprüfer vom Finanzamt mit den PayPal-Zahlungen um? Gemäß § 14 Abs. 3 UStG müssen bei elektronischen Rechnungen die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit des Inhalts gewährleistet sein durch qualifizierte elektronische Signaturen oder durch qualifizierte elektronische Signaturen mit Anbieter-Akkreditierung. Beides ist bei PayPal nicht gegeben.

PayPal-Gebühren

PayPal stellt lediglich PayPal-Gebühren in Rechnung, sonst nichts. Da solche „Nebenkosten des Geldverkehrs“ keine Umsatzsteuer enthalten, gilt das Umsatzsteuergesetz hier nicht. Also umsatzsteuerrechtlich sind es keine Betriebsausgaben. Einkommens- bzw. körperschaftssteuerrechtlich sind die PayPal-Gebühren Betriebsausgaben. Somit erhöhen die Nebenkosten des Geldverkehrs die Betriebsausgaben. Anders gesagt, die Gewinne werden dadurch vermindert oder die Verluste werden dadurch erhöht.

Kontoauszüge

Die Kontoauszüge und Kontoberichte sollten Sie ausdrucken und mit den sonstigen Unterlagen (Eingangs- oder Ausgangsrechnungen) wie bei Ihren Kontoauszügen bei Ihrer  Bank aufbewahren. Da es sich um originär digitale Daten handelt, sollten Sie die PayPal-Unterlagen zusätzlich in elektronischer Form speichern. Der § 147 Abgabenordnung regelt nämlich die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU).

Aufbewahrungsfristen

paypal_zahlungen_buchhalter_02Die PayPal-Unterlagen müssen (noch) 10 Jahre aufbewahrt werden. Der Finanzminister, Herr Schäuble, und der Wirtschaftsminister, Herr Rösler, haben sich zwar geeinigt, dass ab 2013 die Unterlagen wegen Abbau des Bürokratismus nur noch 8 Jahre aufbewahrt werden müssen. Doch das Gesetz ist noch nicht ratifiziert, somit gelten noch die alten Regelungen.

Welcher Zahlungszeitpunkt gilt überhaupt?

Die Frage, die bei den PayPal-Zahlungen oft auftaucht ist, welcher Zahlungszeitpunkt  überhaupt gilt. Bei Beantwortung dieser Frage finden wir die Antwort im Umsatzsteuergesetz.

Sollversteuerung

Bei der Sollversteuerung ist diese Frage nicht wichtig, weil die Umsatzsteuer fällig ist, sobald geleistet wurde. Nach der Leistung (Produktlieferung oder Dienstleistung) muss die Rechnung sofort geschrieben und versandt werden. Die Umsatzsteuer ist dann sofort fällig. Der Sollversteuer muss somit die Umsatzsteuer solange vorfinanzieren, bis sein Kunde die Rechnung beglichen hat. Anders ist es bei der Istversteuerung.

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Istversteuerung

UmsatzsteuervoranmeldungSelbständige, Freiberufler und Unternehmer, die Umsätze von bis zu 500.000 Euro p. a. erwirtschaften, unterliegen auf Antrag der Istversteuerung. Das bedeutet: Erst zu dem Zeitpunkt, wo das Geld geflossen ist (§ 11 EStG Zu- bzw. Abflussprinzip), gilt als Zahlungszeitpunkt. Diese Thematik taucht auch auf bei der Gewinnermittlung „Einnahmeüberschussrechnung“. Hier kommt es auch darauf an, wann die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben angefallen sind.

Zu- bzw. Abflussprinzip

Bei dem Zu- bzw. Abflussprinzip gibt es noch verschiedene Expertenmeinungen, wann das Geld tatsächlich geflossen ist. Damit ist die Verfügungsgewalt gemeint. Auf dem Bankkonto ist es sofort verfügbar, auf dem PayPal-Konto nicht. Die Verfügung über das Geld ist nur dann gegeben, wenn das Guthaben vom PayPal-Konto dem Bankkonto gutgeschrieben wird.

Fazit und Empfehlung

Da die Experten sich noch nicht einig sind, empfehle ich, alle PayPal-Unterlagen auszudrucken und digital speichern. Bei Betriebsprüfungen meiner Mandanten sind bis heute deswegen noch keine Fehlermeldungen aufgetaucht.

Ich freue mich, wenn Sie mir ein Feedback geben!

Herzliche Grüße

Jakob Linnemann

PS: Eine kleine Auswahl meiner Spreadmind-Schulungen:

Bild Jakob Linnemann

Jakob Linnemann

Jakob Linnemann ist seit 1989 selbständig tätig als Unternehmensberater und selbständiger Buchhalter. Anfangs in Rechtsform eines Einzelunternehmers, jetzt in Rechtsform einer GmbH. Er ist geschäftsführender Gesellschafter bei der LiFoS GmbH. Er hat Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Rechnungswesen und Steuern studiert. Seit 1999 ist Jakob Linnemann auch in der Erwachsenen-Bildung bei verschiedenen Bildungsinstituten und bei der IHK als freiberuflicher Dozent für Rechnungswesen und Steuern tätig.

Jakob Linnemann auf Spreadmind

20 Kommentare zu Wie werden die PayPal-Zahlungen in der Buchhaltung behandelt?

  1. Guten Abend Herr Linnemann,

    mir hat Ihr Artikel ganz gut gefallen. Habe jedoch noch eine Frage. Ich biete online Games an wo man für Bezahlungen updates erwerben kann. Das Geld geht auf ein Paypal-konto ein. Wie sieht es in diesem Fall mit der Steuer aus? Bin ich verpflichtet die Einnahmen an das Finanzamt melden? Ab was für ein wert muss ich Steuren bezahlen?

    Ich danke vielmals

    Christian E.

  2. Hallo Christian,

    natürlich musst Du die Einnahmen bei der Steuer angeben. Das sind ja schließlich Betriebseinnahmen.

    Wieviel Steuern Du zahlen musst, kann ich Dir jetzt nicht sagen, weil ich Dich nicht kenne und ich nicht weiß, welche Steuern Du meinst.

    Umsatzsteuerrechtlich musst Du 19 % Mehrwertsteuer berechnen, wenn Du kein Kleinunternehmer bist. Bist Du Kleinunternehmer (Umsatz im Vorjahr 17.500 Euro oder/und 50.000 Euro im Wirtschaftsjahr), zahlst Du keine Umsatzsteuer.

    Einkommensteuerrechtlich zahlst Du nur dann Steuern, wenn Dein Gewinn über den Grundfreibetrag liegt(2015 = 8.472 Euro, 2016 = 8.652 Euro bei Ledige, bei Verheiratete das Doppelte). Wie viel Einkommensteuer Du zahlen musst, kann ich Dir nicht sagen, weil Dein Gewinn und Deine persönliche Verhältnisse (verheiratet, ledig, Kinder, behindert etc.) nicht kenne.

    Fakt ist jedoch, Du darfst die Einnahmen auf dem PayPal-Konto nicht verschweigen. Wenn Du das machst, begehst Du Steuerbetrug. Das gilt auch, wenn Du Kleinunternehmer bist und Du unter dem Grundfreitbetrag liegen würdest. Doch ein Steuerbetrüger bist Du bestimmt nicht, ansonsten hättest Du ja nicht gefragt.

    Liebe Grüße aus Emden
    Jakob

    PS: Bei AFOMA duzen wir uns. Das ist doch recht, oder?

    • Vielen Dank Jakob!
      Deine Antwort hat mir sehr weitergeholfen!
      Und auf keinem Fall werde ich dem Finanzamt etwas verschweigen da Sie es ja eh herausbekommen wuerden. ;o)

      Viele Grusse und viel Erfolg weiterhin

      Christian

  3. Sehr geehrter Herr Linnemann,

    Ihr Artikel“Wie werden die PayPal-Zahlungen in der Buchhaltung behandelt?“ lässt bei mir noch eine Frage offen.
    Einige meiner Einnahmen laufen über mein Paypal Konto. Die Zahlungen werden von den Kunden in Dollar überwiesen (evt. ist diese Info wichtig. Nun zu meiner Frage: Angenommen ich habe einen Teil meiner Paypal Einnahmen von 2015 nicht bis zum Jahresende auf mein Girokonto transferiert, müssen diese Einnahmen dann dennoch in meiner Steuererklärung 2015 berücksichtigt werden? Falls dem so sei, frage ich mich, wie es mir möglich sein soll, Einnahmen anzugeben, die noch in einer anderen Währung sind und deren Umrechnungskurs ich noch gar nicht voraussehen kann……
    Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

    • Hallo Tatjana,

      dieses Problem taucht öfters auf. Dieses Problem löst eine Einkommensteuergesetz mit dem Geldzufluss- und Geldabflussprinzip (§ 11 EStG). Das bedeutet, wenn das Geld zugeflossen ist, muss es gebucht Einnahme werden, muss also in der Steuererklärung 2015 berücksichtigt werden. Umgekehrt ist es auch mit den Betriebsausgaben so.

      Die Währungen werden immer tagaktuell umgerechnet. Wenn Du also am 31.12.2015 eine Einnahme in Dollar hattest, dann kannst Du mit einem Währungsrechner (in Google gibt es viele dieser Rechner) den Dollar tagaktuell in Euro umrechnen. Dann kannst Du die Einnahme mit dem richtigen Kurs verbuchen.

      Es gibt ja verschiedene Arten von PayPal-Konten. In der Regel ist es allerdings so, dass die Einnahmen und Ausgaben in PayPal meistens immer tagaktuell umgerechnet werden. Angenommen Du hast eine Einnahme in Höhe von 100 Dollar am 31.12.2015 gehabt. Gemäß dem Währungsrechner OANDA sind 100 Euro genau 91,5164 Euro, aufgerundet also 91,52 Euro. Meistens tauchen in dem PayPal-Konto drei Buchungen auf für diesen einen Vorgang, und zwar so:
      – 100 Dollar als Einnahme
      – 100 Dollar als Ausgabe
      – 91,52 Euro als Einnahme

      Die beiden ersten Positionen heben sich auf und die Einnahme in Höhe von 91,52 Euro wird somit als Erlös (Umsatz) verbucht.

      Umsatzsteuer fällt bei diesem Geschäft in der Regel nicht an, weil es sich hier um einen sog. Drittgeschäft handelt. Das heißt, das Geschäft wurde nicht in Deutschland und in der Europäischen Union abgewickelt, sondern in einem Drittland, z. B. USA, Australien etc.

      Ich wünsche Dir hohe Umsätze aus Drittländern, EU-Ländern und natürlich auch aus Deutschland.

      Mit besten Grüßen
      Jakob

  4. Hallo Jakob,

    vielen Dank für die ausführliche und prompte Antwort, die mir weitergeholfen hat.
    Liebe Grüße
    Tatjana

  5. Hallo Jakob,

    auch ich weiß leider nicht genau, wie ich meine Paypal Gewinne richtig in die Steuererklärung einfüge. Ich bin umsatzsteuerpflichtig per Ist Versteuerung. Kann ich die Einkünfte bündeln und zu einer monatlichen Paypal Zahlung auf mein Business-Konto machen? Oder muss ich jede Bestellung einzeln überweisen?
    Ich habe durchaus auch Geschäftsausgaben, die ich mit dem Paypalkonto bezahle.
    Wäre es dann möglich den reinen Gewinn von dem Konto zu überweisen und diesen Betrag dann beispielsweise als „Paypal Einnahmen April“ in der Steuer zu deklarieren?

    Vielen lieben Dank für deine Antwort im Voraus :)
    Liebe Grüße Carolin

    • Hallo Carolin,

      wie Du Deine Gewinne in der Steuererklärung einträgst, dass weißt Du? Nur wie Du das mit PayPal machst, das weißt Du nicht. Habe ich das richtig verstanden?

      Solange Du ein Überschussrechner bist, kannst Du Deinen Gewinn oder Verlust per Elsteronline mit dem Formular Anlage EÜR ans Finanzamt senden. Deinen Gewinn oder Verlust musst Du bei Deiner Steuererklärung unter der Anlage G (bei Gewerbebetrieben) oder Anlage S (bei Freiberuflern) eintragen. Das weißt Du?

      Doch wie gehst mit den PayPal-Einnahmen und –Ausgaben um?

      Ganz einfach!

      PayPal ist genauso eine Bank wie die Sparkasse oder Volksbank etc. Die Bankbewegungen müssen in der Buchhaltung pro Vorgang gebucht werden. So ist das auch bei PayPal. Außerdem müssen die Belege von den Einnahmen oder Ausgaben vorhanden sein. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Einnahmen und der Ausgaben und wenn Du umsatzsteuerpflichtig bist geht es darum, dass Du Deine selbst bezahlten Umsatzsteuer (Vorsteuer) wieder kriegst. Wenn Du keine ordentliche Rechnungen vorweisen kannst, kannst Du Deine Vorsteuer nicht geltend machen.

      Du kannst nicht so vorgehen, wie Du es oben beschrieben hast. Du musst so vorgehen und das PayPal-Konto wie ein normales Bankkonto ansehen und so auch buchen. Dann wirst Du den Gewinn bzw. Verlust ausrechnen und in Deiner Steuererklärung eingeben.

      Dein Geld vom PayPal-Konto kannst Du jederzeit auf Dein normales Bankkonto überweisen. Diesen Vorgang nennt der Buchhalter Geldtransit. Und dieser Geldtransit hat nichts mit dem Erfolg Deines Unternehmens zu tun. Dadurch wird der Gewinn nicht höher und der Verlust nicht größer. Das ist eine reine Liquiditätsverschiebung, und zwar von einem Konto auf einen anderen Konto.

      Über dieses Thema könnte ich Bücher schreiben. Doch das will ich jetzt nicht tun. Wenn Du noch Fragen hierzu hast, dann schreibe es hier auf. Gerne antworte ich wieder.

      Mit besten Grüßen
      Jakob

  6. Lieber Jakob,

    vielen lieben Dank, dass du mir so ausführlich geantwortet hast. Ich habe jetzt alle Buchungen einzeln in meine Steuer Software eingetragen. Das ist ganz schön mühselig und Paypal kostet natürlich auch sehr viele Gebühren. Darf ich diese denn sammeln und als Ausgabe abrechnen? Oder muss ich auch hier jede einzelne Paypal Gebühr auflisten?

    Vielen Dank für deine Zeit. :)

  7. Hallo Carolin,

    eigentlich müsstest Du jede Buchung einzeln buchen. Eigentlich!

    Wenn Du z. B. mit einer Exceltabelle alle Einnahmen und alle Gebühren auflistest und dann davon die Summen bildest, brauchst Du nur eine Buchung zu erstellen. Jedoch muss diese Exceltabelle für einen Dritten (Betriebsprüfer) nachvollziehbar sein.

    Eigentlich darf man das nicht, doch wenn die Exceltabelle übersichtlich und nachvollziehbar ist, wird ein Betriebsprüfer wahrscheinlich nichts sagen. Evtl. gibt es eine Verwarnung, dass Du das nicht machen darfst. Das ist alles.

    Also musst Du entscheiden, wie Du buchen möchtest.

  8. Hallo Carolin,

    das habe ich gerne gemacht.

    Danke für das Geschenkangebot! Ich komme evtl. später darauf zurück. Jetzt kann ich mich nicht entscheiden.

    Hohe Umsätze und hohe Gewinne wünsche ich Dir!

    Mit besten Grüßen
    Jakob

  9. Hallo Jako,

    ich hätte da auch noch eine Frage:

    Ich habe bei jedem Verkauf in etwa 1.80€ PayPal Gebühren.
    Angenommen ich habe nun alle aufaddiert und ca. 500€ an PayPal Gebühren im letzten Quartal gezahlt, so muss ich diese bei der Umsatzsteuer Berechnung doch erst einmal außen vor lassen obwohl ich dieses Geld nie im Besitz hatte, oder?

    Insofern müsste ich dann bei einem Produktpreis von 29.99 auch diese als Einkommen verbuchen und zur Rechnung nutzen und nicht die tatsächlichen 28.19 oder?

    Unter welchem Punkt/welcher Nummer gebe ich die PayPal Gebühren im Elster online an?

    Berücksichtige ich diese Summe überhaupt bei der Umsatzsteuer?

    —-
    anderes Thema (falls okay? sonst ignorieren):

    Muss ich in diesem „neuem“ MOSS angemeldet sein / bleiben (ich bin es leider schon)?
    Zuvor hatte ich 19% für alle Kunden aus der EU in DE abgeführt.

    Nun muss ich es ja praktisch an die einzelnen Länder in der EU tun. Mir kommt es so vor als ob so gut wie jedes mehr als unsere 19% verlangt.

    Ich hatte es bisher so gehalten, dass ich mein Produkt für 29,99€ verkaufe und die Umsatz bzw Mehrwertsteuer nicht oben drauf schlage sondern davon selbst zahle. So dass jeder den selben Preis hat.

    Allerdings ist es nun sehr viel mehr Arbeit und auch teurer geworden..

    • Hallo Christian,

      bei der Verbuchung der PayPal-Vorgängen musst Du eigentlich jede Buchung einzeln buchen. In der Buchhaltung darf man nicht zusammenfassen. Das bedeutet, dass Du wie folgt buchen musst:
      1. PayPal-Konto an Umsatzerlöse = 29,99 Erlöse
      2. PayPal-Gebühren an PayPal-Konto = 1,80 Erlöse
      Auf dem PayPal-Konto bleibt dann der Saldo von 28,19 Euro.

      Du siehst, Du musst alles einzeln buchen und kommst Du auf das Ergebnis, dass die Einnahme 100 % Umsatzerlös ist und die PayPal-Kosten den Gewinn schmälern.

      Theoretisch musst Du jede Buchung buchen. In der Praxis wird zusammengefasst: Einnahmen werden zusammenaddiert und die PayPal-Kosten werden zusammenaddiert. Der Betriebsprüfer kann das monieren. Wenn sonst alles stimmt, wird er darüber hinwegsehen. Wenn jedoch viele Fehler in der Buchhaltung auftreten, wird die Buchhaltung als nicht ordnungsgemäß einstufen und wird Einnahmen und Ausgaben schätzen. Die Schätzung fällt meistens negativ aus.

      Die Erlöse musst Du in der Umsatzsteuervoranmeldung aufführen, wenn es Inlandsgeschäfte sind (also Geschäfte in Deutschland). In den PayPal-Gebühren sind keine Vorsteuer enthalten. Somit tauchen diese in der Umsatzsteuervoranmeldung nicht auf.

      Wenn Du digitale Produkte EU-weit verkaufst, musst Du natürlich eine MOSS-STeuererklärung abgeben. Das Procedere mit MOSS habe ich in meinem Blogartikel geschrieben, siehe http://lifos-gmbh.de/neue-mehrwertsteuerregelung-auf-online-dienstleistungen/. Hast Du Dich dort angemeldet? Wenn ja, musst Du vierteljährlich die MOSS-Steuererklärungen abgeben. Die Steuersätze der Länder sind unterschiedlich, ist klar. Dafür eine enorme Erleichterung bei Abgabe der Steuererklärungen. Ansonsten müsstest Du in jedem EU-Land, wo Du einmal eine Meldung gemacht hast, direkt eine Umsatzsteuererklärung abgeben. Und das ist nervig.

      29,99 Euro ist Dein Brutto-Verkaufspreis (also inklusiv Umsatzsteuer) bundes- und EU-weit. Das ist ok. Du musst allerdings eine Nachkalkulation durchführen. Kommst Du mit dem Preis hin? Bleibt genügend Gewinn über? Wenn nicht, musst Du den Preis erhöhen.

      Ich hoffe, ich habe alle Fragen beantwortet. Wenn nicht, dann stelle sie hier einfach.

      Mit besten Grüßen
      Jakob

  10. Lieber Jakob,

    ich hätte eine Frage zu den anfallenden Währungsumrechnungsgebühren bei Paypal.
    Meine Honorare als selbstständiger Übersetzer erhalte ich größtenteils von Kunden im Nicht-EU-Ausland in US-Dollar auf mein Paypal-Konto.
    Beim Abbuchen von Paypal auf mein deutsches Bankkonto wird der Betrag von USD in EUR umgerechnet, dabei ist der Paypal-Wechselkurs stets schlechter als der tatsächliche, den man zum Beispiel mit dem Yahoo-Währungsrechner abfragen kann. Beispiel: Am Tag X beträgt der Wechselkurs 100 USD = 90 EUR, bei Paypal allerdings beträgt der Kurs bei Abbuchung auf das Konto 100 USD = 88 EUR. Das sind 2 Euro Differenz.

    Kann man diese Differenz (Währungsumrechnungsgebühr) als Betriebsausgabe deklarieren? Und wenn ja, wo trage ich diese in der EÜR ein?

    Vielen herzlichen Dank im Voraus!
    Michael

    • Hallo Michael,

      ja, die Währungsdifferenz kannst Du als Betriebsausgabe absetzen, und zwar auf das Konto Aufwendungen aus Währungsumrechnungen (SKR03 = Konto 2150) bzw. Währungsverluste (SKR04 = Konto 6882). Welchen Kontenrahmen Du benutzt, weiß ich nicht, darum habe ich die beiden gängigen Konten hier aufgeschrieben.

      In der Anlage EÜR taucht dieser Wert dann unter „Übrige Betriebsausgaben“ auf.

      Mit besten Grüßen
      Jakob

  11. PayPal sitzt ja nicht in Deutschland sondern in Luxemburg, also im EU Ausland. Daher muss man die PayPal Gebühren doch eigentlich ganz anders versteuern und in ein anderes Feld eintragen, als wenn die Firma ihren Sitz in Deutschland hätte oder? Das wurde hier irgendwie gar nicht berücksichtigt im Artikel.

    • Hallo Andreas,

      ganz korrekt, PayPal hat seinen Sitz in Luxemburg und somit EU-Ausland.

      Die PayPal-Gebühren werden als Kosten des Geldverkehrs im Aufwand ohne Umsatzsteuer erfasst. Da im PayPal-Konto die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen ist, kann und darf keine Vorsteuer für die Gebühren geltend gemacht werden. Dieser Umstand ist auf die Umsatzsteuerbefreiung zurückzuführen, die nach § 4 Nr.8 UStG erlaubt ist.

      Mit besten Grüßen
      Jakob

  12. Hallo Jakob,
    ich habe ein riesiges Problem.
    Ich habe ein Gespräch mit einer Steuerberaterin gehabt, da ich Ihre eigentlich die Bearbeitung meiner Buchungsunterlagen übertragen wollte.
    Da Sie sich aber bisher keine Erfahrung mit der Buchung eines PayPal-Kontos hatte, hatten wir vereinbart, dass wir beide uns dann noch einmal darüber informieren wollen, aber ich Ihr vorab schon einmal ein paar Ordner meiner Buchungsunterlagen zur Ansicht, besonders meiner PayPal-Unterlagen, vorbeibringen sollte.
    Zudem hat Sie mehrfach im Beisein meiner Schwester verlauten lassen, dass Sie ohne Vorkassezahlung NICHT tätig würde. Nachdem ich Ihr dann die Order für 4 Monate zur Ansicht vorbeibringen ließ, kam dann auch irgendwann die Vorschuss-Rechnung über das komplette Jahr. Da ich aber aufgrund Ihres fehlenden Wisssens bzgl. PayPal sehr unsicher war und mir die Rechnung auch zu hoch vorgekommen ist, habe ich mich dann noch weiter informiert und wollte schließlich die Unterlagen von Ihr wieder abholen.
    Dieses verweigerte Sie mit dem Hinweis, dass Sie bereits diese 4 Monate gebucht hätte und verlangt jetzt von mir ein Drittel der Jahresrechnung und verweist auf Ihr Zurückbehaltungsrecht und das Finanzamt steht mir im Nacken!!

    Jetzt meine Frage: Konnte Sie die Buchungen, die über PayPal gelaufen sind, überhaupt OHNE einen Anfangsbestand des PayPal-Kontos RICHTIG buchen??
    (Angeblich wurde nämlich wohl nur die Überträge auf das Bankkonto gebucht!)
    Kann ich einen Einblick in diese Buchungen verlangen und kann ich diese (irgendwo) überprüfen lassen??
    Was könnte ich bei fehlerhaften Buchungen unternehmen und an wen könnte ich mich ggfs. noch wenden, um die Herausgabe der Unterlagen zu erzwingen.
    Ich bin wirklich fast am Ende oder schon darüber, da das Haus meiner verstorbenen Mutter auch auf dem Spiel steht )-:
    Vielen Dank im Voraus.
    Dirk K

    • Hallo Dirk,

      bei Deinem Problem kann ich Dir leider nicht helfen. Am besten ist es, wenn Du ein Rechtsanwalt konsultierst, der Dir dabei helfen kann.

      Fakt ist, dass die Steuerberaterin ein Recht hat, die Unterlagen einzubehalten, solange ihre Rechnung nicht bezahlt wurde. Was der Rechtsanwalt prüfen sollte ist, ob überhaupt ein rechtskräftiger Vertrag (mündlich oder schriftlich) zustande gekommen ist. Deine Aussage wird anders ausfallen als ihre Aussage. Wer Recht hat, kann ich nicht sagen. Somit frage beim Rechtsanwalt an, ob er Dir helfen kann.

      Bei PayPal muss man genau aufpassen mit den Anfangs- und Endbestände. Zu unterscheiden sind auch die Salden in Euro und in US-Dollar. Ob die Steuerberaterin die PayPal-Buchungen richtig buchen kann hängt nicht von den Salden ab. Die Salden ist ein formaler Akt für einen Betriebsprüfer (nur bei den Überschussrechner, für Bilanzierer stimmt diese Aussage nicht). Der Saldo muss stimmen. Sind die Salden nicht nachprüfbar, können die Buchungen trotzdem richtig sein. Nur der Saldo stimmt dann nicht. Ordnungsgemäß ist die Buchhaltung dann nicht.

      Es gibt Rechtsanwälte, wo die erste Beratungsstunde kostenlos ist. Frage danach, wenn Du einen Rechtsanwalt konsultierst.

      Mit besten Grüßen
      Jakob Linnemann

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